„Wir alle spielen um zu gewinnen, in jeder Mannschaft“

Interview mit Björn Dettmann, dem Headcoach der HAMBURG PIONEERS Snappers im Hinblick auf die Saison 2017 und die Coaches. Red.:     Moin Björn, die Katze ist aus dem Sack und der […]

Interview mit Björn Dettmann, dem Headcoach der HAMBURG PIONEERS Snappers im Hinblick auf die Saison 2017 und die Coaches.

Red.:     Moin Björn, die Katze ist aus dem Sack und der Coaching Staff der Pioneers Snappers fürs Jahr 2017 steht fest. Eine echte Überraschung bleibt aber aus; Du bleibst Headcoach.

Björn:   Moin, ja, das stimmt, ich bleibe Headcoach und ja es stimmt, der Trainerstab hat sich personell nicht verändert. Die Aufgabenverteilung ändert sich jedoch leicht, so übernimmt Mirco Küchler im kommenden Jahr die Rolle des Offense Coordinators.

Red.:     Wird das Auswirkungen auf das Spiel der Snappers haben? Wird es neue Konzepte geben?

Björn:   Wir haben zur letzten Saison eine große Umstellung des Offense-Playbooks vorgenommen. Dies war sehr erfolgreich und hat insbesondere ein starkes Laufspiel etabliert. Über die Defense, die die stärkste der Liga ist, braucht man dabei gar nicht sprechen. Gleichzeitig haben wir letztes Jahr aber auch Schwächen in unseren Systemen erkannt; mangelnde Flexibilität in Offense und Defense, die wir dieses Jahr mit leichten Änderungen wieder dazu gewinnen wollen.

Red.:     Und im Kader? Gibt es Zu- und Abgänge?

Björn:   Es gibt immer Veränderungen im Kader. Wir haben einen sehr jungen Kader, das heißt die Berufsausbildung oder gewünschte Auslandserfahrungen führen immer wieder zum Schwund. Gleichzeitig haben wir erfreulicherweise aber auch immer wieder Zugänge, z.B. über den Hochschulsport oder andere Football-Mannschaften aus der Hochburg Hamburg. Man kennt sich hier. Über einen konkreten Abgang bin ich sehr traurig, weil er mit mir seit meinem Football-Start im Jahr 2000 auf dem Feld der Snappers stand. Damit verlässt für mich eine Legende altersbedingt das Feld. Daneben müssen wir jedes Jahr auch gucken, in wie fern das Engagement einzelner Spieler in anderen Mannschaften eine Rolle spielt.

Red.:     Du meinst damit, dass viele Spieler auch in anderen Mannschaften spielen?

Björn:   Nein, nicht nur. Die Pioneers sind mit sechs Mannschaften in Ligabetrieben aktiv. Das sind sechs Coaching Staffs die zum Großteil mit aktiven Spielern anderer Mannschaften vereinsintern besetzt werden. Das muss man koordinieren können. Den größten Respekt hierfür verdient jedes Jahr unser Vorstand, der immer alles unter einen Hut zaubert. Aber ja, ca. die Hälfte der Snappers spielen neben den Snappers auch noch Tacklefootball in der A o. B-Jugend oder im Herrenbereich bei den Pioneers oder anderen Hamburger Mannschaften.

Red.:     Was macht für Tackler die Faszination aus, daneben noch Flag-Football zu spielen?

Björn:   Naja, wir kennen alle den Football-Virus und der verlangt, mehr spielen ist immer geil! Daneben haben fast alle, die heute auch noch Tackle-Football spielen mal mit Flagfootball bei den PioKids angefangen. Danach sind sie in die Jugend-Tackle-Teams und später zu den Herren gewechselt und nebenbei von den PioKids auch zu den Snappers im Flagfootball. Die Sinnfrage, ob sie nun tacklende Flagspieler oder flaggende Tackler sind, muss jeder für sich selbst beantworten. Für die Coaches aller Mannschaften ist entscheidend, dass die Spieler die doppelte Erfahrung im Spiel und die doppelte Anzahl an Übungs-Wiederholungen im Training bekommen. Am Ende profitiert der Verein.

Red.:     Habt Ihr dadurch nicht einen erheblichen Vorteil mit den Tackle-Footballern?

Björn:   Nochmal, für mich ist diese Unterscheidung hinfällig, da die Spieler mit Flagfootball angefangen und halt nie damit aufgehört haben. Als Trainer der Snappers habe ich einfach nur Spieler, die zum Teil erst Anfang 20 sind, aber schon 10 Jahre Football gespielt haben. Ist das geil? Ja, absolut! Ist das unfair? Nein, warum sollte es? Meines Wissens sind alle Mannschaften in der 9er DFFL an einen Tackle-Football-Verein angegliedert oder stammen aus dessen Umfeld. Viele der heute „reinen“ Flagfootballer der 9er DFFL haben früher auch Tackle-Football gespielt. Daneben bringt einem Tackle-Erfahrung ohne Flag-Erfahrung gar nichts. Ich erinnere mich gerne an die erste Meisterschaft der Snappers 2011 gegen die Braunschweig Lions, die zum Finale plötzlich mit damaligen GFL-Spielern aufliefen und trotzdem verloren haben. Flag und Tackle sind ab einem gewissen Niveau dann doch in den entscheidenden Nuancen unterschiedlich. Wer das verstanden hat, spielt erfolgreich.

Red.:     Wird es langsam langweilig zum vierten Mal in Folge gewonnen zu haben?

Björn:   Was ist denn das für eine … Frage? Wir alle spielen um zu gewinnen, in jeder Mannschaft. Natürlich ist das jetzt gerade eine bemerkenswerte Serie, aber der Begriff Serie impliziert schon, dass diese auch mal enden wird. Das wollen wir auch in der Saison 2017 natürlich verhindern. Der Saison-Hashtag lautet somit #highFIVE. Vor der heutigen DFFL haben die Berlin Bears auch schon einmal beeindruckende fünf Meisterschaften in der damaligen SFL gewonnen. Fünf Titel seit 2011 sind gut, fünf Titel in Folge sind besser.

Red.:     Und? Selbstgänger?

Björn:   Aus Sicht einiger Spieler, leider ja, aus Sicht der Coaches bei weitem nicht. Die Leipzig Lions waren die letzten zwei Jahre unser Finalgegner und es waren beide Male extrem knappe Spiele. Die Leipziger haben eine beeindruckende Entwicklung hinter sich und sind sehr hungrig. Irgendwann werden sie oben stehen. Daneben erkennen wir Coaches jedes Jahr bei den Gegnern auch eine Entwicklung. Unsere beiden Spiele gegen Dresden letztes Jahr konnten wir beide gewinnen, aber das Potential und die Leidenschaft war beeindruckend. Daneben bleibt festzuhalten, dass das hier alles Amateursport ist. Am Ende kann da jedes Jahr alles passieren. Mein Lieblingszitat des letzten Jahres lautet: „[…] und am Ende gewinnen die Pioneers.“ So soll es natürlich auch 2017 laufen.

Red.:     Dann dabei alles Gute und vielen Dank.

Björn:   Danke.