Developing National Quarterbacks – Josh für Deutschland?

Interview mit Offense Captain und Starting Quarterback Josh Petersen. Kürzlich erhielt Josh eine Einladung zum Tryout der Herren Nationalmannschaft am 25.03.17 in Köln. Redaktion: Hallo Josh, noch zwei Monate bis […]

Interview mit Offense Captain und Starting Quarterback Josh Petersen. Kürzlich erhielt Josh eine Einladung zum Tryout der Herren Nationalmannschaft am 25.03.17 in Köln.

Redaktion:
Hallo Josh, noch zwei Monate bis zum Saisonstart. Du gehst in deine zweite Saison im Herrenbereich. Was sind deine Ziele für die kommende Saison?

Josh:
Mein Ziel für die kommende Saison ist einfach die Erfahrungen aus meiner ersten Herrensaison mitzunehmen, selbst noch besser zu spielen, das Team nach vorne zu bringen und am Ende die beste Offense der Liga zu stellen. Am Ende sollten wir uns dann auf den oberen Plätzen der Regionalliga Nord wiederfinden und den positiven Trend der letzten Jahre bestätigen.

Redaktion:
Für dich persönlich läuft es ja bisher hervorragend. Nachdem vor kurzem die Einladung zum
Nationalmannschaftstryout kam, wurdest du vergangenes Wochenende mit überwältigender Mehrheit von deinem Teammates als Offense Captain gewählt. Wie kommt es, dass du direkt nach deiner Rookie Season bereits solch eine Führungsposition innerhalb des Teams innehast?

Josh:
Es ist immer schwer selbst zu beurteilen woran so etwas liegen kann.  Ich kannte bereits viele Spieler aus dem Kader bevor ich letzte Saison dazu gestoßen bin, mit einigen habe ich zuvor im Jugendprogramm der Pioneers zusammengespielt, einige waren dort meine Coaches. Schon während meiner Jugendzeit habe ich gelegentlich das Offseasonprogramm der Herren mitgemacht. Ich versuche immer mit einer positiven Einstellung und gut vorbereitet zum Training zu kommen. Mein Ziel ist es, alle um mich herum besser zu machen, ich denke genau das macht auch einen guten Quarterback aus – auf und neben dem Feld. Es reicht eben nicht einen guten Ball zu werfen. Das Playbook zu kennen, selbstständig Krafttraining zu machen, für das Team mal ein gemeinsames Event außerhalb des Trainings zu organisieren… Das gehört für mich auch alles dazu. Man muss alle im Team kennenlernen, ihr Vertrauen gewinnen. Das hat scheinbar bisher ganz gut geklappt, es ist eine große Ehre für mich zum Offense Captain gewählt worden zu sein.

Redaktion:
Du hast deine Senior Season 2015 in der GFL Juniors bei den Young Huskies gespielt. Schon damals wurdest du zum Tryout der Jugendnationalmannschaft eingeladen. Wie kam es dazu, dass du als ‚Ur-Pioneer‘ für ein Jahr das Team gewechselt hast?

Josh:
Nach dem Neuaufbau der PioYouth im Jahr 2013 ist uns gleich auch der Aufstieg aus der Oberliga in die A-Jugend Regionalliga geglückt, welche wir dann ebenfalls im darauffolgenden Jahr als Tabellenerster abschlossen. Am Ende der Saison waren wir dann als Team und als Verein trotzdem leider noch nicht soweit, den nächsten Schritt zu gehen und in die GFL Juniors aufzusteigen. Ich wollte mich damals unbedingt noch einmal in der höchsten Jugendliga beweisen um dann gut vorbereitet in den Herrenbereich zu gehen. Leider war das mit der PioYouth damals noch nicht möglich, sodass ich schweren Herzens entschloss für meine Senior Season das Team zu wechseln. Ich habe aber schon damals immer gesagt, dass ich nach dem einen Jahr auf jeden Fall zurück im Stadtpark sein werde.

Redaktion:
Du bist nicht nur als Spieler aktiv, sondern bist nebenbei auch noch Schiedsrichter und coacht die Quarterbacks der Pioneers Youth. Mit Arthur Lawrenz war einer deiner Quarterbacks im vergangenen Oktober mit HAMJAM in Solingen und überzeugte vor allem am zweiten Tag im Platzierungsspiel gegen Hessen. Wie kriegst du das alles unter einen Hut? 

Josh:
Es ist viel Zeit die für Football und alles was dazugehört draufgeht, aber Football ist eben mehr als nur zwei Mal zwei Stunden Training die Woche. Man muss den Sport leben um ihn überhaupt richtig spielen zu können. Natürlich gehört auch noch ein wenig Selbstorganisation dazu, denn neben Football, ist ja auch noch das berufliche und private Leben da, aber, wenn man so für eine Sache brennt, kriegt man alles unter einen Hut.

Redaktion:
Mit Monarchs-Receiver Hendrik Hinrichs triffst du am 25.03. beim Tryout der Nationalmannschaft einen alten Teammate aus PioKids-Zeiten wieder. Kannst du dich noch an dein erstes Footballtraining bei den PioKids erinnern?

Josh:
An meine erste Trainingseinheit kann ich mich noch recht gut erinnern. Ich habe am Anfang nicht viel verstanden, nicht wie der Sport funktioniert und auch nicht was alles dazugehört. Ich war 10 Jahre alt als ich bei den Pioneers angefangen habe. In meiner ersten Trainingseinheit musste ich direkt als Defense Liner gegen Alexander Hariadis antreten, der in den letzten Jahren als Center bei den Huskies in der GFL aktiv war. Das war ein ganz schön krasser Einstieg.

Redaktion:
Auch im Erwachsenenalter spielst du nach wie vor nebenbei Flag Football bei den Snappers. Dieses Jahr wollt ihr zum fünften Mal in Folge Deutscher Meister werden. Woher kommt diese Übermacht der Pioneers Snappers?

Josh:
Ich denke, das liegt hauptsächlich daran, dass einige der Snappers-Spieler ebenfalls im Herrenteam aktiv sind und vor vielen Jahren bei den PioKids mit Flag Football angefangen haben. Viele sind dann dem Flag Football treu geblieben und spielen quasi zweigleisig. Die Mischung aus Erfahrung, einem trotzdem sehr niedrigen Altersschnitt und entsprechender Athletik macht dann eben den Unterschied.

Redaktion:
Zum Schluss ein kleiner Ausblick in die nähere Zukunft: Was wünscht du dir persönlich und für das kommende Jahr und wo siehst du die Pioneers in 3 Jahren.

Josh:
Für das kommende Jahr wünsche ich mir erstmal, dass das zuvor genannte Ziel in Erfüllung geht und wir mit den Hamburg Pioneers die beste Offense der Regionalliga stellen. Außerdem hoffe ich natürlich, dass ich das Try Out für die Nationalmannschaft erfolgreich absolviere und dass wir in der Regionalliga Nord um den Aufstieg mitspielen können.

Die Pioneers sehe ich in drei Jahren in der GFL2, viele der Rahmenbedingungen sind schon geschaffen oder laufen derzeit noch wie zum Beispiel der neue Kunstrasenplatz, der in drei bis vier Wochen fertig sein wird. Der Verein hat sich in den letzten Jahren stark verändert und vieles geht in die Richtung auf einem höheren Niveau Football spielen zu können. Ich hoffe, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen und uns langfristig als solides GFL2 Team etablieren können…

Redaktion:
Vielen Dank für das Interview, Josh!

(DD)

Fotos: Holger Beck – www.american-football.org